Wissenswertes zum Thema Urlaub

small car isolated on a white background

Nadja von Hoegen bloggt am:

Nadja von Hoegen

Wissenswertes zum Thema Urlaub

Das Thema Urlaub betrifft jeden Arbeitnehmer. Auch in der Personalabteilung spielt das Thema eine wichtige Rolle. Dies beginnt schon mit der Einstellung eines neuen Arbeitnehmers, dem per Arbeitsvertrag eine bestimmte Anzahl an Urlaubstagen einzuräumen ist. Grund genug, dass sich beide Seiten mit dem Thema auseinandersetzen.

Wieviel Urlaubstage stehen dem Arbeitnehmer zu?

Unabhängig davon, welches Arbeitsmodell auf den Arbeitnehmer zutrifft gilt, dass gemäß den Regelungen des Bundesurlaubsgesetzes jedem Angestellten so viele Urlaubstage zu gewähren sind, dass dieser durch Addition aller ihm zustehenden Urlaubstage, einen zusammenhängenden Zeitraum von mindestens 4 Wochen erreicht. Unter Zugrundelegung dieser Grundregel wäre dem Arbeitnehmer mit einer 3-Tage-Woche ein Urlaubsanspruch von mindestens 12 Tagen zu gewähren. Dies entspricht der gesetzlichen Regelung, welche bei einer gängigen 5-Tage-Woche, mindestens 20 Urlaubstage vorsieht. Zu beachten ist allerdings, dass tarifvertraglichen Regelungen ein höherer Rang in der Normenhierarchie einzuräumen ist. Ein bestehender Tarifvertrag genießt demnach gegenüber den Regelungen des Bundesurlaubsgesetzes den Vorrang.

Wie bereits erwähnt gelten die Regelungen über den Urlaub für alle Arbeitnehmer. Das gilt insbesondere auch für Minijobber.

Wie ist mit einem nicht ausgeschöpften Urlaubsanspruch umzugehen?

Kann der Arbeitnehmer seinen Urlaubsanspruch nicht ausschöpfen, so gilt grundsätzlich erstmal, dass er ihn ins in das nächste Jahr mitnimmt. Von Gesetzes wegen ist dieser dann bis zum 31. März des nächsten Jahres abzugelten. Der Fall liegt hingegen anders, wenn sich beide Seiten darüber einig sind, dass der Arbeitnehmer den Urlaub über das soeben genannte Datum hinaus behalten und zu einem späteren Zeitpunkt nehmen darf.

Eine Auszahlung der nicht genommenen Urlaubstage birgt für den Arbeitgeber das Risiko, dass der Urlaubsanspruch als solcher nicht erfüllt worden ist. Hieraus folgt, dass der Arbeitnehmer seinen Anspruch weiterhin einfordern kann. Ist eine Auszahlung der verbliebenen Urlaubstage jedoch gewünscht, sollte sich der Arbeitgeber von seinem Arbeitnehmer schriftlich bestätigen lassen, dass der Urlaub mit der Auszahlung abgegolten ist.

Offiziell erkennt der Gesetzgeber den Auszahlungsanspruch nur bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses an.

Urlaubsgeld – eine freiwillige Leistung, des Arbeitgebers?

Zunächst einmal muss der Arbeitgeber kein Urlaubsgeld bezahlen. Tut er es doch, so ist dieses der Lohnsteuer und der Sozialversicherung zu unterwerfen. Die entscheidende Frage lautet, auf welcher Basis die Zahlung erfolgte. Ohne Vereinbarung im Tarif- oder Arbeitsvertrag kann der Arbeitnehmer nur dann die Zahlung des Urlaubsgeldes beanspruchen, wenn eine betriebliche Übung vorliegt, d.h. wenn eine regelmäßige Zahlung durch den Arbeitgeber erfolgte. Hiervon ist ab dem vierten Jahr der Zahlung auszugehen. In diesem Fall ist auch kein Arbeitsvertrag mehr als Anspruchsgrundlage erforderlich.

Die Erholungsbeihilfe als kluge Alternative

Alternativ oder neben dem Urlaubsgeld kann der Arbeitgeber eine sogenannte Erholungsbeihilfe gewähren. Diese ist für den Arbeitnehmer sozialversicherungs- und lohnsteuerfrei. Dafür muss der Arbeitgeber diesen Zuschuss allerdings pauschalieren, indem er 25 % Lohnsteuer abführt. In der Sozialversicherung ist die Erholungsbeihilfe für den Arbeitgeber beitragsfrei. Voraussetzung ist, dass die Grenze von 156 € jährlich für Ledige nicht überschritten wird. Für den Ehepartner können zusätzlich 104 € und für jedes Kind zusätzlich 52 € bezahlt werden. Die Auszahlung der Erholungsbeihilfe setzt zudem einen zeitlichen Zusammenhang zwischen der Auszahlung und dem Urlaub des Mitarbeiters voraus.

Bis bald
Nadja Füchtenbusch

Feedback

  Kommentare: 1

  1. Ja, das stimmt! Die Erholungsbeihilfe ist eine wirklich kluge Alternative bzw. Ergänzung und ist sowohl für den Arbeitnehmer, als auch für den Arbeitgeber von Vorteil. Ich mach das ja seit vielen Jahren schon und kann es nur empfehlen.

Ihr Kommentar

Captcha (Sicherheitsabfrage) *