Verspätete Abgabe der Steuererklärungen

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Sarah Schäfer

Verspätete Abgabe der Steuererklärung

Für viele Mandanten ist es eine unangenehme Angelegenheit, sich mit der eigenen Steuererklärung auseinanderzusetzen und die Unterlagen bereitzustellen. Dies führt dazu, dass diese Aufgabe gerne nach hinten verschoben wird und viele die Unterlagen erst im letzten Quartal beim Steuerberater einreichen. Die Konsequenz daraus ist, dass wir im letzten Quartal häufig sehr viel zu tun haben und ggf. dadurch nicht alle Steuererklärungen rechtzeitig beim Finanzamt eingehen. Damit Sie sich gar nicht erst über die daraus resultierenden Konsequenzen Gedanken machen müssen, empfehlen wir immer, die Unterlagen frühzeitig einzureichen. Doch dies ist bekanntlich nicht immer möglich, daher möchte ich Ihnen im Folgenden erläutern, was auf Sie zukommen kann, wenn Ihre Steuererklärung verspätet beim Finanzamt eingeht.

Verspätungszuschläge

Zunächst kann das Finanzamt Verspätungszuschläge festsetzen, wenn die Steuererklärung nicht rechtzeitig bis zum 31.12. – bzw. 31.05., wenn Sie Ihre Steuererklärung selbst und nicht durch einen Steuerberater erstellen lassen – beim Finanzamt eingegangen ist. Die Höhe des Verspätungszuschlags liegt im Ermessen des Finanzamtes, darf jedoch den Betrag von höchstens 10 % der festgesetzten Steuer oder des festgesetzten Messbetrags und 25.000 € nicht überschreiten. Die Festsetzung des Verspätungszuschlags erfolgt mit der Festsetzung der Steuer bzw. des Messbetrags. Bei der Festsetzung achtet das Finanzamt besonders auf die Dauer der Fristüberschreitung, die Höhe der Steuer bzw. des Messbetrags, den daraus gezogenen Vorteil und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann man beim Finanzamt die Reduzierung oder den Erlass der Verspätungszuschläge erwirken.

Zinsen

Des Weiteren gehören Zinsen zu den steuerlichen Nebenleistungen, die auf Sie zukommen können. Der Zinslauf beginnt 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuer entstanden ist. Sollte die Steuerfestsetzung beispielsweise für 2014 nach dem 31.03.2016 erfolgen, werden zusätzlich zur Steuer auch Zinsen festgesetzt. Das Finanzamt berechnet hier für jeden vollen Monat 0,5 % der festgesetzten Steuer, abzüglich der getätigten Vorauszahlungen. Für die Berechnung wird der zu verzinsende Betrag auf den nächsten durch 50 € teilbaren Betrag abgerundet. Der Zinslauf endet mit dem Tag, an dem die Steuerfestsetzung wirksam wird. Nach Ablauf des Zinslaufs werden die Zinsen zusammen mit der der Steuer festgesetzt, hierzu müssen die Zinsen jedoch mindestens 10 € betragen.

ACHTUNG: Anders als bei den Verspätungszuschlägen, welche nur vom Steuerpflichtigen getragen werden müssen, können im Falle einer Steuererstattung auch Erstattungszinsen entstehen. Diese werden dann vom Finanzamt zusätzlich zur entstandenen Steuer gezahlt.

Mein Tipp

Um zusätzliche steuerliche Nebenleistungen zu vermeiden, reichen Sie die Unterlagen möglichst frühzeitig ein. Somit geben Sie uns die Möglichkeit die Bearbeitung besser planen zu können und auch Sie können dem Jahresende entspannter entgegenblicken.

Viele Grüße

Sarah Schäfer

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