Spekulationsgewinn unter Berücksichtigung eines Arbeitszimmers mit neuem Urteil

Spekulationsgewinn beim Arbeitszimmer

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Stefanie Cammarota

Spekulationsgewinn

Werden Immobilien innerhalb eines Zeitraums von 10 Jahren nach deren Anschaffung wieder veräußert, fällt hier regelmäßig eine Versteuerung des sogenannten Spekulationsgewinn an. Erfolgt der Verkauf nach Ablauf dieser Zehn-Jahres-Frist, ist dieser steuerfrei. Eine Ausnahme stellt hier die Eigennutzung einer Immobilie durch den Eigentümer da. Bewohnt dieser die Immobilie im Verkaufsjahr und in den beiden vorangegangenen Jahren selbst, entfällt auch hier die Besteuerung des Verkaufsgewinns innerhalb der Frist von zehn Jahren.

Arbeitszimmer in der eigenen Immobilie

(Bisherige Rechtsprechung)

Nutzt der Eigentümer allerdings ein Arbeitszimmer in seiner selbst bewohnten Immobilie, zählt dieses Arbeitszimmer nicht zu dem „zu Wohnzwecken“ genutzten Bereich und muss mit diesem Anteil des Verkaufsgewinns versteuert werden. Die private Mitbenutzung eines Arbeitszimmers von mehr als 10 % führt allerdings zur Versagung des Status Arbeitszimmer und zu einer Rückführung zum „zu Wohnzwecken“ genutzten Bereich.

Neues Urteil vom 20. März 2018 (Finanzgericht Köln, 8 K 1160/15)

Nach Auffassung des Finanzgerichts Köln, führt ein häusliches Arbeitszimmer nicht zu einer anteiligen Besteuerung des Veräußerungsgewinns, weil es kein selbstständiges Wirtschaftsgut darstellt und zusätzlich noch im Wertungswiderspruch zum generellen Abzugsverbot von Kosten für häusliche Arbeitszimmer in § 4 Abs. 5 Nr. 6b Satz 1 EStG steht.

Eine Revision hierzu wurde beim Bundesfinanzhof in München unter dem Aktenzeichen IX R 11/18 eingelegt.

Betriebliches Arbeitszimmer

Anders sieht es bei einem betrieblich genutzten Arbeitszimmer aus. Hier handelt es sich um einen Raum, der für den selbständigen Bereich des Steuerpflichtigen, i. R. seiner gewerblichen, selbständigen oder Land- und Forstwirtschaftlichen Tätigkeit genutzt wird.

In diesem Fall geht der Immobilienwert des Arbeitszimmers vom Privatvermögen in den Bereich des Betriebsvermögens über. In diesem Bereich gibt es die sogenannte Spekulationsfrist nicht und der bei einer Veräußerung entstehende anteilige Gewinn müsste versteuert werden. Sollte das Arbeitszimmer vor der Veräußerung wieder in den Privatbereich übergehen, erfolgt auch hier eine Besteuerung des sogenannten Entnahmegewinns.

Aber nicht jeder Veräußerungsgewinn eines betrieblichen genutzten Arbeitszimmers wird automatisch besteuert.

Sollte der Wert des Arbeitszimmers unter 20 % des Grundstückswertes und max. 20.500 Euro betragen, muss das Arbeitszimmer nicht dem Betriebsvermögen hinzugerechnet werden und eine Besteuerung im betrieblichen Bereich findet somit nicht statt.

Tipp:

Sollten Sie hierzu Fragen haben, beraten wir Sie gerne.

Beste Grüße

Stefanie Cammarota

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