Neue Regeln beim Verspätungszuschlag ab 2019

Steuern

Stefanie Cammarota bloggt am:

Stefanie Cammarota

Wann und in welcher Höhe wird ein Verspätungszuschlag festgesetzt?

Ein Verspätungszuschlag wird seitens des Finanzamts festgesetzt bei verspäteter oder fehlender Einreichung von Steuererklärungen. Dieser ist auf 10 % der festgesetzten Steuer und auf einen Betrag von 25.000,00 Euro beschränkt.

Bis 2018 hatten die Finanzbeamten hier einen großen Ermessensspielraum. Dieser betrifft ab 2019 nur noch Bescheide, in denen sich keine Steuerfestsetzung bzw. eine Steuererstattung ergibt. Ebenfalls Steuerpflichtige, die keinen Berater zu Hilfe nehmen, ausschließlich für den Zeitraum August 2019 bis Ende Februar 2020.

Ab 2019 gelten neue Regeln!

Durch das Steuermodernisierungsgesetz wurde die Frist zur Abgabe der in 2019 einzureichenden Steuererklärungen folgendermaßen angepasst:

  • Steuererklärungen 2018 allgemein: 31.07.2019
  • Bei Unterstützung durch einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein: 29.02.2020, da dies ein Samstag ist, verschiebt sich die Frist auf den 02.03.2020

Ein Verspätungszuschlag wird nun immer festgesetzt, wenn die Steuererklärung nicht innerhalb von 14 Monaten nach Ablauf des Besteuerungsjahres beim Finanzamt eingereicht wird.

Wird die Steuererklärung 2018 bspw. erst im März 2020 oder später eingereicht, wird automatisch ein Verspätungszuschlag für jeden angefangenen Monat der Säumnis von 0,25 % der um die Vorauszahlungen und die anzurechnenden Steuerabzugsbeträge verminderten Steuer, mindestens aber 25 Euro pro Monat festgesetzt.

Eine Festsetzung von Verspätungszuschlägen erfolgt ausschließlich für abgabepflichtige Steuererklärungen, dieses ist der Fall, wenn bspw. folgende Einkünfte erzielt werden:

  • Land- und Forstwirtschaft
  • Gewerbebetriebe
  • Selbständiger Tätigkeit
  • Nichtselbständige Tätigkeit, wenn z. B. mehrere Arbeitsverhältnisse vorliegen oderLohnsteuer-Freibeträge in Anspruch genommen wurden, die Ehe durch Tod oder Scheidung aufgelöst wurde…
  • Ehegatten nach den Steuerklassen III/V besteuert wurden, Lohnersatzleistungen gezahlt wurden,
  • Kapitalvermögen, in bestimmten Fällen
  • Vermietungseinkünfte
  • Renteneinkünfte ab einer Höhe von 11.400 €/ 21.650 € (2018)
  • ….
  • Geltendmachung von Verlustvorträgen
  • Oder bei Aufforderung durch das Finanzamt

Ist eine Fristverlängerung möglich?

In einigen Ausnahmefällen hat ein Antrag auf Fristverlängerung eine Chance auf Erfolg.

Erste Voraussetzung hierfür ist, dass die Abgaben der Steuererklärungen in der Vergangenheit stets pünktlich erfolgten. Der Antrag sollte vor Fristablauf schriftlich und begründet gestellt werden. Es sollte ein nachvollziehbarer, die pünktliche Abgabe beeinträchtigender Grund angegeben werden, welcher bspw. eine Krankheit einen Unfall oder ähnlich Unvorhersehbares als Auslöser hat.

Sollte sich hierzu weiterer Klärungsbedarf ergeben, setzen Sie sich gerne mit uns persönlich in Verbindung.

Beste Grüße

Stefanie Cammarota

 

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