Künstlersozialkasse – die Sozialversicherung für freischaffende Künstler und Publizisten

A lot of paints and brushes in the studio of the artist.

Kristina Hintzen bloggt am:

Kristina Hintzen

Künstlersozialkasse – die Sozialversicherung für freischaffende Künstler und Publizisten

Die Künstlersozialkasse (KSK) wurde als Zweig der gesetzlichen Sozialversicherung zum 01.01.1983 zur besseren Absicherung freischaffender Künstler und Publizisten eingeführt. Es handelt sich dabei um eine Pflichtversicherung.

Der Vorteil ist,

wer hier versichert ist, zahlt wie ein Arbeitnehmer nur die Hälfte der Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung, die andere Hälfte wird durch einen Zuschuss des Bundes in Höhe von 20 % sowie zu 30 % durch die Künstlersozialabgabe, also durch die Umlage, die die Unternehmen für die Verwertung künstlerischer und publizistischer Leistungen zahlen müssen, finanziert.

Ein klarer geldwerter Vorteil gegenüber anderen Selbständigen. Gerade für geringverdienende Künstler und Publizisten ist dies eine günstige Versicherung. Hier können mehrere hundert Euro im Monat gespart werden.

Über die Künstlersozialkasse ist man auch gesetzlich rentenversichert, so dass zumindest eine Basis für die Altersvorsorge gegeben ist.

Einkommensabhängige Beiträge

Da es sich um einen Teil der gesetzlichen Sozialversicherung handelt, ist die Höhe der Beiträge an die Höhe des Einkommens gebunden. Bei geringem Einkommen werden auch nur geringe Beiträge gezahlt, ohne dabei auf Versicherungsleistungen verzichten zu müssen. Es ist jedoch ein Mindestbeitrag für die Versicherungen zu zahlen, der an das Mindesteinkommen von derzeit noch 3.900 € gekoppelt ist. Für höher Verdienende gibt es eine Höchstgrenze.

Berechnungsgrundlage für die Beiträge

Für die Berechnung der Beiträge gilt eine Besonderheit: Es wird wegen der schwankenden Einkommensverhältnisse auf das Jahresarbeitseinkommen abgestellt und zwar nicht rückschauend auf die tatsächlichen Verhältnisse, sondern vorausschauend im Schätzwege. Hierfür verlangt die KSK von jedem Mitglied am Ende eines Jahres eine Schätzung des Einkommens für das folgende Jahr. Als Schätzgrundlage kann der letzte Einkommensteuerbescheid, die letzte Gewinn- und Verlustrechnung bzw. der letzte Jahresabschluss herangezogen werden, wobei zu erwartende Veränderungen berücksichtigt werden müssen. Dabei besteht die Möglichkeit die erfolgten Schätzungen bei Änderung der Verhältnisse im laufenden Jahr zu korrigieren. Die Korrektur wirkt sich jedoch nur auf die zukünftige Beitragsberechnung aus.

Die KSK kann Einkommensteuerbescheide zur Überprüfung anfordern und nimmt solche Prüfungen auch stichprobenhaft bei etwa 5 % der Versicherten vor. Dabei müssen in der Regel die letzten vier Einkommensteuerbescheide eingereicht werden.

Voraussetzungen

Grundvoraussetzung für die Aufnahme in die Künstlersozialkasse ist, dass es sich um eine „erwerbsmäßige“ selbständige künstlerische bzw. publizistische Tätigkeit im Sinne des Künstlersozialgesetzes handelt Sie muss also der Bestreitung des Lebensunterhalts dienen und darf nicht nur vorübergehend ausgeübt werden.

Künstler ist nach der Künstlersozialkasse, „wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt. Publizist im Sinne dieses Gesetzes ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in ähnlicher Weise publizistisch tätig ist oder Publizistik lehrt“ (§ 2 KSVG). Es gibt hierzu keine genaue Definition, nur einen Künstlerkatalog, der die üblichen Künstlerberufe enthält, wobei sich hier auch Berufe wie Webdesigner wiederfinden. Die Aufzählung ist jedoch nicht abschließend. Auch bei anderen Tätigkeiten, die Kreativität und eigene Schöpfungskraft voraussetzen, ist die Aufnahme in die KSK möglich, wenn man dies durch eine ausführliche Beschreibung seiner Tätigkeit und Nachweise belegen kann. Die Entscheidung obliegt letztlich der Künstlersozialkasse.

Erwähnt sei auch, dass der Künstler/Publizist im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit nicht mehr als einen Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigen darf; die Beschäftigung von Auszubildenden oder „geringfügig Beschäftigten“ bis 450,00 € wirkt sich dagegen nicht nachteilig aus.

Für die Mitgliedschaft wird ein jährliches Mindesteinkommen von 3.900 € verlangt. Berufsanfänger sind von dieser Regelung ausgenommen, dies gilt jedoch nur für die ersten drei Jahre. Wer länger freiberuflich tätig ist oder z.B. zwischenzeitlich eine nichtselbständige Tätigkeit ausgeübt hat, gilt nicht mehr als Berufsanfänger und muss Gewinne nachweisen, die mehr als 3.900 € pro Jahr bzw. 325 € monatlich betragen. Das Mindesteinkommen darf ansonsten nur zweimal innerhalb von sechs Jahren unterschritten werden, um in der KSK versicherungspflichtig zu bleiben.

Aufnahmeverfahren

Selbständige Künstler oder Publizisten sollten sich telefonisch oder schriftlich bei der Künstlersozialkasse melden. Zur Prüfung der Versicherungspflicht muss für die KSK ein Fragebogen ausgefüllt und Anlagen wie Tätigkeitsnachweise beigefügt werden. Den Fragebogen stellt die KSK als Download auf ihrer Webseite zur Verfügung, auf der sich auch weitere hilfreiche Informationsschriften befinden.

Wichtig ist,

dass die Mitgliedschaft bei der KSK nicht rückwirkend erfolgen kann. Der Versicherungsschutz beginnt mit dem Tag, an dem die Meldung die Künstlersozialkasse erreicht, sofern die übrigen Voraussetzungen wie beispielsweise die Hauptberuflichkeit bereits vorgelegen haben. Daher empfiehlt es sich, die erstmalige Meldung bei der KSK zu dokumentieren.

Beste Grüße

Kristina Hintzen

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