Elterngeld strecken und Elternteilzeit

Family having walk together in summer holding hands and letting the little boy fly

Saskia Kayser bloggt am:

Saskia Kayser

Wie bekannt ist, wird das Elterngeld generell für 12 bzw. 14 Monate im Anschluss an die Mutterschutzfrist gezahlt. Die Ausweitung auf 14 Monate kann dann erfolgen, wenn der Partner die zusätzlichen 2 Partnermonate in Anspruch nimmt.

Die arbeitsfreie Elternzeit erstreckt sich auf 3 Jahre.

Elterngeld strecken…

…heißt, das Elterngeld auf bis zu 24 Monate zu verteilen. Bei dieser Option, würde anstatt des vollen Monatsbeitrages nur die Hälfte des Betrages in jedem Monat bezahlt werden, so dass sich an der Gesamtsumme des Elterngeldes nichts ändert.

Paare dürfen die 14 Monate Elternzeit nach Belieben aufteilen:

  • z.B. kann ein Elternteil die vollen 12 Monate Elterngeld beziehen und der Partner übernimmt die beiden Partnermonate.
  • Es können aber auch beide Elternteile in den ersten 7 Monaten komplett pausieren und jeder bekommt einen vollen Monatsbeitrag des Elterngeldes, sodass im Gesamten die 14 Monate Elterngeld schneller aufgebraucht sind.

Zu beachten wäre noch das Modell der Elternteilzeit

Eltern, deren Kinder ab dem 01.01.2016 geboren wurden, haben die Möglichkeit während der Elternzeit weiter zu arbeiten. In diesem Fall muss die reguläre Arbeitszeit um mindestens 20 % gekürzt werden. Die verbleibende Arbeitszeit muss mindestens 12 Stunden betragen. Wenn Sie diese Möglichkeit wählen, bekommen Sie 67 % des Lohnausfalls als Elterngeld zusätzlich zu Ihrem geringeren Lohn.

Beispiel: Haben Sie vor der Geburt Ihres Kindes 1.800,00 € netto im Monat verdient und verdienen nach Kürzung Ihrer Arbeitszeit nur noch 1.000,00 € netto, so wird das zusätzliche Elterngeld von dem Lohnausfall berechnet (67 % von 800,00 €).

Sie verdienen also im Monat 1.000,00 € Arbeitslohn plus 536,00 € Elterngeld.

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Elternteilzeit:

Gesetzlicher Anspruch auf Elternteilzeit bis zum 7. Geburtstag des Kindes, wenn…

  • Angestellte in einem Betrieb mit mehr als 20 Arbeitnehmern
  • ununterbrochene Betriebszugehörigkeit von bis zu 3 Jahren vor Beginn der Teilzeitbeschäftigung
  • mit dem Kind im gemeinsamen Haushalt leben (Obsorge für das Kind haben)

Kein Rechtsanspruch jedoch Elternteilzeit möglich nach Absprache mit dem Arbeitgeber aber nur bis zum 4. Geburtstag des Kindes, wenn…

  • Angestellte im Betrieb mit max. 20 Arbeitnehmern
  • Ohne Betriebszugehörigkeit von 3 Jahren
  • Mit dem Kind im gemeinsamen Haushalt leben (Obsorge für das Kind haben)

Hinweis:

Ein Kündigungsschutz besteht in beiden Fällen der Elternteilzeit.

Wird eine Kündigung ausgesprochen und kann diese in Zusammenhang mit der Beantragung der Elternteilzeit gebracht werden, so ist diese nicht zulässig. Sie sollte umgehend beim Arbeits- und Sozialgericht angefochten werden, da die Fristen für Kündigungsanfechtungen sehr kurz sind.

Nehmen Sie jedoch während der Elternteilzeit eine weitere Beschäftigung auf, zu der Ihr Arbeitgeber seine Zustimmung nicht gegeben hat, ist die Kündigung rechtens.

Beste Grüße

Saskia Kayser

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