Die klassische Betriebsausgabe „Pkw“

Think about a car

Kristina Hintzen bloggt am:

Kristina Hintzen

Sobald sich das Jahr dem Ende zuneigt, fragt sich so manch ein Unternehmer, ob es aus steuerlichen Gründen Sinn macht, im alten Jahr noch einen betrieblichen Pkw anzuschaffen.

Einen Pkw zu kaufen macht nur Sinn, wenn er auch tatsächlich benötigt wird, denn die Kosten für einen Pkw sind immer höher als die Steuern, die man sparen kann.

Absetzen eines Firmenwagens

Ob ein Pkw dem Betrieb oder dem Privatbereich zugeordnet wird, ist abhängig von seiner Nutzung. In einer Vielzahl der Fälle wird ein Pkw zu mehr als 50 % betrieblich genutzt und gehört damit zwingend zum Betriebsvermögen. Die mehr als 50 %-Nutzung sollte man anhand von Aufzeichnungen über einen repräsentativen Zeitraum von 3 Monaten nachweisen.

Der Pkw wirkt sich in diesen Fällen folgendermaßen auf den Gewinn aus:

Der Kauf selbst wirkt sich nur über die Abschreibung aus. Dabei werden die Anschaffungskosten auf die Nutzungsdauer verteilt. Bei einem neuen Pkw sind das 6 Jahre. Bei einem Gebrauchtwagen erfolgt die Abschreibung auf die voraussichtliche Restnutzungsdauer. Die gezahlte Umsatzsteuer holen Sie sich als vorsteuerabzugsberechtigter Unternehmer über Ihre Umsatzsteuer-Voranmeldung zurück. Da die Abschreibung zeitanteilig vorgenommen wird, ist der steuerliche Vorteil bei einem Pkw-Kauf erst Ende des Jahres entsprechend gering.

Bei einem betrieblichen Pkw können selbstverständlich sämtliche Ausgaben wie Benzin, Versicherung, Steuer, Mautgebühren als Betriebsausgaben berücksichtigt werden und zwar auch jene Kosten, die im Rahmen Ihrer Privatfahrten anfallen.

Privatnutzung eines Firmenwagens

Im Gegenzug müssen Sie jedoch für die private Mitbenutzung Ihres Pkws einen Privatanteil ansetzen. Dieser erhöht den betrieblichen Gewinn. Dafür stehen in dem o. g. Fall zwei Methoden zur Verfügung – das Führen eines Fahrtenbuchs oder die 1-Prozent-Regelung.

Wird der Firmenwagen nur wenig privat genutzt, sollten Sie am besten ein Fahrtenbuch führen. Das ist zwar aufwendig, aber nur so kann der Gewinn anhand der tatsächlich geringen Nutzung berücksichtigt werden. Dabei wird dann ein Prozentanteil für die privaten Fahrten ermittelt, der auf die Gesamtkosten angewandt wird. Das Fahrtenbuch muss für das gesamte Jahr geführt werden und ordnungsgemäß, also lückenlos und vollständig ausgefüllt sein, ansonsten ist die Gewinnerhöhung pauschal nach der 1 %-Methode zu ermitteln.

Bei der Pauschal-Regelung wird monatlich 1 % des Bruttolistenpreises – also inklusive Umsatzsteuer – zum Zeitpunkt der Erstzulassung zugrundegelegt und zwar auch dann, wenn Sie einen gebrauchten Pkw gekauft haben, der einige Jährchen auf dem Buckel hat.

Daher ist es manchmal vorteilhafter, den Pkw nicht ins Betriebsvermögen zu nehmen und Kosten für den Pkw nur in Form von Km-Abrechnungen mit 30 Cent pro Kilometer zu berücksichtigen bzw. alternativ mit einem höheren Km-Satz, der anhand von Belegen nachzuweisen ist. Der Vorteil ist hierbei, dass im Falle des späteren Verkaufs des Pkws kein Veräußerungserlös zu versteuern ist.

Tipp: Damit die Erhöhung des betrieblichen Gewinns so gering wie möglich ausfällt, sollten Sie sich im Vorfeld Gedanken darüber machen, in welcher Form der Pkw genutzt wird und welche Methode für Sie die günstigere ist. Dies müssen Sie oder Ihr Steuerberater fallbezogen anhand der einzelnen Daten beurteilen.

Obwohl sich die Regeln einfach anhören, führt gerade das Thema „Pkw-Besteuerung“ immer wieder zu Streitigkeiten mit dem Fiskus.
Beste Grüße

Kristina Hintzen

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