Das Jobfahrrad als geldwerter Vorteil

E-Bike Elektrofahrrad Vektor Silhouette

Nadja von Hoegen bloggt am:

Nadja von Hoegen

Immer häufiger stellen Arbeitgeber Ihren Arbeitnehmern Fahrräder statt eines Firmen-PKWs zur Verfügung. An dieser Stelle ergeben sich für viele Arbeitgeber gleich mehrere Fragen.

  1. Muss ein Fahrrad als geldwerter Vorteil versteuert werden?
  2. Wenn es ein geldwerter Vorteil ist, nach welchen Bewertungsmaßstäben muss die Versteuerung dann erfolgen?

Ein geldwerter Vorteil ist eine Sachleistung des Arbeitgebers, die nicht in Form von Geld, sondern in Form eines Sachbezugs gewährt wird.

Wenn also der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber ein Fahrrad für die Wege zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte oder für den privaten Gebrauch erhält, dann bezieht der Arbeitnehmer zunächst eine Sachleistung, für die er ansonsten bezahlen müsste. Hierin liegt der geldwerte Vorteil, der der Besteuerung unterliegt.

Fraglich ist nun, welche Bewertungsmaßstäbe für die Versteuerung zugrunde zu legen sind.

Fahrräder ohne Elektroantrieb und Fahrräder mit Elektroantrieb aber ohne Kennzeichenpflicht

An dieser Stelle kann auf die 1- % Methode verwiesen werden, die bei Versteuerung des Vorteils durch die Nutzung eines Firmenwagens angewendet wird.

  1. Es ist der auf volle 100 Euro abgerundete Bruttopreis der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers zugrunde zu legen.
  2. Dieser Preis ist mit 1 % zu multiplizieren.
  3. Das Produkt ist der geldwerte Vorteil, der zusammen mit den weiteren Lohnbestandteilen in das Steuerbrutto einfließt.

Wichtig: Anders als bei der PKW-Nutzung spielt die Entfernung für die Versteuerung keine Rolle. Außerdem wird nicht nach der Art der Nutzung unterschieden. Es ist damit unerheblich, ob ein Arbeitnehmer das Fahrrad ausschließlich für private Fahrten oder auch für die Wege Wohnung- Tätigkeitsstätte gebrauchen darf. Durch die Versteuerung der 1 % sind alle Vorteile abgegolten.

Fahrrad mit Kennzeichen- und Versicherungspflicht

Im Unterschied zu den o. b. Rädern, muss bei der Gestellung eines Elektrofahrrads mit Kennzeichenpflicht neben der privaten Nutzung auch an die Versteuerung der Fahrten Wohnung- Tätigkeitsstätte gedacht werden. Diese erfolgt – wie bei der Überlassung eines Firmenwagens durch Anwendung der 0,03 %- Regelung auf den auf volle 100 Euro abgerundeten Betrag der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers.

Im Übrigen steht in diesem Fall neben der 1 %- Methode auch die Nutzung eines Fahrtenbuchs zur Verfügung.

Bei Fragen zu diesem Thema, können Sie sich gerne von uns beraten lassen.

Bis bald!

N. von Hoegen

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