Können Sie Straßenbauarbeiten in Ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen?

Two hard working builders in uniforms putting pavement

Saskia Kayser bloggt am:

Saskia Kayser

Können Sie Straßenausbauarbeiten als Handwerkerleistungen in Ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen?

JA das können Sie!

Wie bereits vielen bekannt ist, können Aufwendungen für Handwerker, die Renovierungs-, Erhaltungs-, oder Modernisierungsmaßnahmen leisten, bis zu 20 %, höchstens jedoch 1.200,00 € pro Kalenderjahr, als Steuerermäßigung nach § 35a Abs. 3 EStG in der Einkommensteuererklärung berücksichtigt werden.

Als typische Handwerkerleistung anzusehen sind Wartungs- und Reparaturarbeiten, die durch Handwerker rund um den Haushalt durchgeführt werden. Ein sehr bekanntes Beispiel sind die Schornsteinfegerarbeiten, denn die reinen Arbeits- und Fahrtkosten für die Wartung des Schornsteins, können geltend gemacht werden.

Wichtig dabei ist, dass die Rechnungen nicht bar bezahlt, sondern per Bank überwiesen werden.

Nun stellte sich die Frage, ob Straßenausbauarbeiten zu Handwerkerleistungen in einem Haushalt zählen?

Das Finanzgericht Nürnberg hat mit seinem Urteil vom 24.6.2015 – 7 K 1356/14 zur vorstehenden Frage Stellung bezogen.

Das Finanzgericht ist letztendlich zu dem Ergebnis gekommen, dass die Arbeiten bei der Erneuerung einer Straße nebst Gehweg etc. als Handwerkerleistungen im Sinne des § 35a Abs. 3 EStG anzusehen sind.

Nach Auffassung des Finanzgerichts werden diese Leistungen in einem räumlichen Zusammenhang mit dem Haushalt erbracht.

Die Finanzbehörden haben gegen diese Entscheidung zunächst Revision eingelegt, diese jedoch wieder zurückgenommen. Daraus lässt sich schließen, dass dieses Urteil vom Finanzgericht Nürnberg auch auf andere Fallsituationen anzuwenden ist.

Fazit:

In Zukunft können Sie also 20% der in Rechnung gestellten Kosten für Neuerungen an der Straße oder dem Gehweg vor ihrem Haus als Handwerkerleistungen in Ihrer Steuererklärung berücksichtigen, allerdings leider nur bis zum oben erwähnten Höchstbetrag von € 1.200/Jahr.

Bis Bald, Saskia Kayser

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