Zinsen auf Steuererstattungen sind Kapitaleinkünfte

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Kristina Hintzen bloggt am:

Kristina Hintzen

Von Antragsveranlagung profitieren und hohe Zinsen vom Staat erhalten

Haben Sie vom Finanzamt mit einer Steuererstattung zu rechnen, können Sie sich für den Fall, dass Sie lange auf Ihre Rückerstattung warten müssen, zumindest über zusätzliche Zinsen freuen. Der Zinslauf beginnt 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuer entstanden ist. Beispielsweise beginnt der Zinslauf für die Einkommensteuer 2016 an dem 01.04.2018. Der Zinssatz beträgt dabei 0,5 % pro Monat, also stattliche 6 % p.a.

Die Kehrseite ist, dass das Finanzamt im Falle von Steuerrückforderungen Nachzahlungszinsen in gleicher Höhe festsetzt.

Anders als in meinem letzten Blogbeitrag möchte ich auf einen Vorteil für Arbeitnehmer hinweisen, die nicht zur Abgabe einer Steuerklärung verpflichtet sind:

Tipp:

Gehören Sie zu den Arbeitnehmern, die Ihre Steuererklärung freiwillig abgeben, weil Sie mit einer Steuererstattung rechnen können, profitieren Sie von der sogenannten „Antragsveranlagung“. Sie haben bis zu 4 Jahre nach Ablauf des Steuerjahrs Zeit, Ihre Steuererklärung abzugeben und können durch die späte Abgabe zusätzliche Zinsen vom Finanzamt erhalten. Vorausgesetzt, Sie können das Geld vom Finanzamt so lange entbehren.

Beispiel: Sie geben Ihre freiwillige Erklärung für das Jahr 2016 noch rechtzeitig Ende 2020 ab. Im April 2021 erhalten Sie eine Steuererstattung in Höhe von 3.000 € zuzüglich Zinsen zurück. Der Zinslauf beginnt am 01.04.2018 und endet am 31.03.2021. Das ergibt Zinsen in Höhe 540,00 € (3.000 € x 36 Monate x 0,5 %).

Müssen diese Erstattungszinsen versteuert werden?

Das Finanzamt zahlt diese Zinsen ohne Einbehaltung von Steuern aus. Erstattungszinsen gehören jedoch zu den Kapitaleinkünften und sind in der Anlage KAP im Jahr der Auszahlung anzugeben. Von den 540 € Erstattungszinsen aus unserem o. g. Beispiel bleiben also nach Abzug von maximal 25 % Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag von 5,5 % 397,57 € übrig. Falls Sie kirchensteuerpflichtig sind, wird diese zusätzlich einbehalten.

Da der Sparer-Pauschbetrag auch für Erstattungszinsen gilt, fallen auf diese Zinsen keine Steuern an, wenn Sie den Sparer-Pauschbetrag noch nicht ausgeschöpft haben.

Bitte beachten Sie hierbei, dass Sie in der Anlage KAP den bereits in Anspruch genommenen Sparer-Pauschbetrag zutreffend eintragen. Wenn das Finanzamt nicht erkennen kann, ob der Pauschbetrag für andere – nicht erklärte – Kapitaleinkünfte genutzt wurde, wird das Finanzamt die Erstattungszinsen mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuern.

Beste Grüße

Kristina Hintzen

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