Von allgemeinen und besonderen Rechnungen und der Verpflichtung Rechnungen auszustellen

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Nadja von Hoegen bloggt am:

Nadja von Hoegen

Allgemeine Rechnungsanforderungen:

Rechnungen müssen bestimmten Anforderungen genügen, damit sie als ordnungsgemäß gelten. Dies ist insbesondere für Unternehmer von Bedeutung, die zum Vorsteuerabzug berechtigt sind. Nur dann, wenn Rechnungen die Mindestangaben gem. § 14 Abs. 4 UStG enthalten, gelten sie als ordnungsgemäß und berechtigen den Empfänger ggf. zum Vorsteuerabzug. Folgende Pflichtangaben sind bei Erstellung einer Rechnung zu beachten:

  • Vollständiger Name und Adresse des leistenden Unternehmers
  • Vollständiger Name und Adresse des Leistungsempfängers
  • Der Rechnungsaussteller muss auf der Rechnung seine Steuernummer oder Umsatzsteuer-ID vermerken
  • Rechnungsdatum
  • Leistungsdatum
  • Eine fortlaufende Rechnungsnummer, die nur einmalig vergeben werden darfRe
  • Handelsübliche Bezeichnung der Menge, Art und des Umfangs der Lieferung oder sonstigen Leistung
  • Das Nettoentgelt, aufgeschlüsselt nach Steuersätzen
  • Der anzuwendende Steuersatz
  • Der Steuerbetrag
  • Im Voraus vereinbarte Entgeltminderungen
  • Bei Kleinunternehmern ein Hinweis auf die Kleinunternehmereigenschaft gem. §19 UStG

Übrigens muss eine Rechnung nicht als solche bezeichnet sein. Auch eine Betitelung als Quittung, Abrechnung ist zulässig.

Kleinbetragsrechnungen:

Kleinbetragsrechnungen unterliegen weniger hohen Anforderungen. Hierbei handelt es sich um solche Rechnungen, die zur Zeit einen Betrag von insgesamt 150,00 € nicht überschreiten.

Zu beachten ist die neue Kleinbetragsgrenze, die ab dem Jahr 2017 gilt. Kleinbetragsrechnungen liegen dann bis zu einem Rechnungsbetrag von 250,00 € vor.

Mit der Regelung für Kleinbetragsrechnungen soll der allgemeine Geschäftsverkehr erheblich erleichtert und eine schnellere und unkomplizierte Geschäftsabwicklung ermöglicht werden. Müssten die Anforderungen des § 14 Abs.4 UStG auf jeder einzelnen Rechnung enthalten sein, würde dies im Alltag einen unzumutbaren Aufwand bedeuten. Deswegen werden für Rechnungen von bis zu aktuell 250 € nur die folgenden Anforderungen verlangt:

  • Es ist nur der Name und die Anschrift des Rechnungsausstellers erforderlich, nicht jedoch vom Rechnungsempfänger
  • Nur das Rechnungsdatum, nicht auch das Leistungsdatum
  • Bezeichnung der Menge, Art und des Umfangs der Lieferung oder sonstigen Leistung
  • Bruttorechnungsbetrag ohne Aufteilung in Entgelt und Steuersatz
  • Den anzuwendenden Steuersatz oder im Fall der Steuerbefreiung einen Hinweis darauf

Bei Rechnungen, die an Geschäftspartner anderer Mitgliedsstaaten oder Drittländer ausgestellt werden, gelten erweiterte Bestimmungen für die Rechnungsausstellung. In diesen Fällen ist es ratsam mit uns in Kontakt zu treten, damit wir im Einzelfall prüfen können, wie eine solche Rechnung auszusehen hat.

Fahrausweise:

Für Fahrausweise sieht das Gesetz ein paar Besonderheiten vor. Fahrausweise gelten grundsätzlich als Rechnung. Dazu müssen sie lediglich die folgenden Angaben enthalten:T

  • Name und Anschrift des leistenden Unternehmen
  • Leistungsdatum

Auf die genannten Beförderungsleistungen entfällt grundsätzlich der ermäßigte Steuersatz von 7 % USt. Dieser muss auf dem Ticket nicht zusätzlich ausgewiesen werden, um dem Leistungsempfänger den Vorsteuerabzug zu ermöglichen. Lediglich dann, wenn der Regelsteuersatz von 19% zur Anwendung kommt, muss dieser auf dem Ticket ausgewiesen sein. Alternativ zum Steuersatz kann auch die Tarifentfernung angegeben werden.

Taxifahrten:

Viele Unternehmer möchten die Fahrten mit dem Taxi als Betriebsausgabe mit Vorsteuerabzug in der Buchhaltung ansetzen. Auch hierbei gibt es einige Dinge zu beachten. Auch eine Taxiquittung muss ordnungsgemäß sein. Sofern es sich um eine Rechnung von bis zu 150,00 € bzw. ab dem Jahr 2017 um eine Rechnung von bis zu 250,00 € handelt, können die Anforderungen für Kleinbetragsrechnungen als Maßstab zugrunde gelegt werden.

Taxiquittungen werden i.S.d. Umsatzsteuerdurchführungsverordnung nicht als Fahrausweise betrachtet. Folglich darf auf den Ausweis des anzuwendenden Steuersatzes nicht – wie bei Fahrausweisen- verzichtet werden!

Findet die Fahrt innerhalb des Stadtgebietes oder innerhalb eines Umkreises von bis zu 50 km statt, ist der ermäßigte Steuersatz von 7% anzuwenden. Darüber hinaus muss der reguläre Steuersatz von 19% angewendet werden. Der Taxifahrer hat den korrekten Steuersatz auf der Quittung zu vermerken. Ansonsten kommt ein Vorsteuerabzug für den Unternehmer nicht in Betracht.

Bis bald,

N. von Hoegen

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