GWG-Regelung ab 2018

business man written 2018 text in notepad

Sarah Schäfer bloggt am:

Sarah Schäfer

Was ist ein GWG?

GWG (Geringwertige Wirtschaftsgüter) sind Anlagegüter, welche beweglich und selbstständig nutzbar sind. Ferner müssen diese auch abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens sein. Einfacher ausgedrückt,ein wesentlicher Unterschied zu anderen Anlagegütern, welche nicht die Bezeichnung des GWG tragen, ist die Höhe der Anschaffungskosten und die selbständige Nutzbarkeit. Wie das Wort selbst erklärt, handelt es sich hierbei um Wirtschaftsgüter, die wegen Ihrem geringen Wert, steuerlich begünstigt behandelt werden können. Genau hierzu gab es vor kurzem eine Gesetzesänderung, welche mit dem Veranlagungsjahr 2018 in Kraft tritt.

Regelungen bis 2017:

Aktuell liegen die GWG-Grenzen zwischen 150 EUR und 410 EUR (Netto).

Das bedeutet für die Praxis, dass zunächst entschieden wird, ob es sich bei der Anschaffung um ein Wirtschaftsgut des Anlagevermögens handelt. Sollte dies zutreffen, wird geprüft, ob dieses selbständig nutzbar ist und einen geringen Wert hat. Sollten diese Voraussetzungen nicht gegeben sein, wird geprüft, auf wie viel Jahre das Wirtschaftsgut abzuschreiben ist. Hierzu gibt es Tabellen mit Richtwerten. Für den Fall, dass die Anschaffungskosten die Netto-Grenze von 410 EUR nicht überschreiten, muss das Wirtschaftsgut nicht auf die entsprechenden Jahre abgeschrieben werden. Der Aufwand kann hier im Jahr der Anschaffung voll geltend gemacht werden.

Es handelt sich um ein steuerliches Wahlrecht, welches jedoch nicht davon befreit, die Wirtschaftsgüter in einem separaten Verzeichnis aufzunehmen.

Wirtschaftsgüter bis zu einem Netto-Wert von 150 EUR müssen als Ausgabe, in dem Jahr der Anschaffung, gewinnmindernd verbucht werden.

Regelungen ab 2018:

Ab dem Veranlagungsjahr 2018 sind die GWG-Grenzen erhöht worden und liegen nun zwischen 250 EUR und 800 EUR (Netto).

Hierdurch wird dem Steuerpflichtigen die Wahl gelassen, Wirtschaftsgüter mit diesem höheren Wert, entweder im Jahr der Anschaffung voll als Ausgabe geltend zu machen oder auf eine angemessene Nutzungsdauer zu verteilen. Ferner wurde die Grenze, bis zu welcher die Wirtschaftsgüter zwingend als Ausgaben verbucht werden, angehoben.

Ob die Regelung vorteilhaft ist oder nicht, ist fallabhängig. Hierbei lassen sich durch Ausübung des Wahlrechts unter Berücksichtigung, des für die Besteuerung anzuwendenden Steuersatzes, im Jahr der Anschaffung sowie der Folgejahre, Steuern sparen.

Praxistipp:

Sollten Sie für das aktuelle Wirtschaftsjahr noch Anlagegüter anschaffen, achten Sie auf die oben ausgeführten Bedingungen, um das Wahlrecht steuerlich mindernd nutzen zu können. Gern beraten wir Sie natürlich.

 

Viele Grüße

Sarah Schäfer

Seien Sie die/der Erste, die/der einen Kommentar schreibt.

Ihr Kommentar

Captcha (Sicherheitsabfrage) *